Forza Horizon 6 eine erste Übersicht

Mein erster Eindruck nach ein paar Stunden in Tokio

Ich bin Forza-Fan. Das ist kein Geheimnis. Ich hab so ziemlich jeden Teil gespielt. Und ich muss sagen: Forza Horizon 6 fühlt sich bisher verdammt gut an.

Ernsthaft: Die Community hat sich dieses Setting seit Jahren gewünscht. Tokio. Bergpässe. Kirschblüte. Playground Games hat das jetzt tatsächlich geliefert. Ich war skeptisch, ob das wirklich so gut wird wie ich gehofft habe. Aber nach ein paar Stunden kann ich sagen: Es ist gut. Sehr gut sogar. Und das obwohl ich anders als die Community nicht so der Japan/Asien Fan bin.

Was ist Forza Horizon überhaupt?

Für alle, die das Game noch nicht kennen: Forza Horizon ist eine Open-World-Rennspielserie von Playground Games/Microsoft. Es gibt kein striktes Ziel. Keine stumpfe Karriere. Stattdessen fährt man durch eine riesige offene Spielwelt, macht Rennen, entdeckt Gebiete und schraubt an Autos.

Es ist das Gegenteil von ernst. Es ist entspannt. Es macht einfach Spaß.

Ich spiele die Reihe seit Teil 3. Wahrscheinlich hätte ich auch die ersten beiden Teile gerne gegamet. Ich bin aber kein Konsolen-Zocker und so konnte ich erst mit Teil 3 anfangen, den es ja für Windows gab. Und ich sag das nicht weil ich muss: Das Konzept funktioniert nach wie vor. Auch in Teil 6.

Die Spielwelt: Japan im Großformat

Die Karte ist die größte, die Forza Horizon je hatte. Und das merkt man.

Tokio ist laut den Entwicklern fünfmal größer als jede bisherige Horizon-Stadt. Das glaube ich sofort. Ich bin da reingefahren und erstmal einfach planlos durch Straßen gedüst. Neon-Reklame. Enge Gassen. Breite Autobahnen. Der Tokio-Part allein ist schon beeindruckend.

Aber das Spiel ist nicht nur Tokio. Rund um die Stadt gibt es Reisfelder, Bergregionen, Bergpässe und sogar ein Skiresort. Insgesamt über 670 befahrbare Straßen und Wege. Das Jahreszeiten-System ist auch wieder dabei. Vom Kirschblütenfrühling bis Schnee im Winter alles da!

Eine Sache gefällt mir besonders gut: Es gibt jetzt ein Fog-of-War-System. Die Karte deckt sich erst auf, wenn man wirklich dort hinfährt. Klingt simpel. Aber das verändert das Erkunden komplett. Plötzlich ist jede neue Straße eine echte Entdeckung. Nicht einfach ein Symbol, das man abarbeitet.

Über 550 Autos und diesmal ist Porsche wirklich dabei

Über 550 Fahrzeuge zum Start. Das ist mal eine Ansage.

Und diesmal ohne RUF-Tricksereien. Porsche ist einfach drin. Der Porsche 911 GT2 von 1995 taucht sogar direkt in der Kampagne auf auf den Touge-Bergstraßen. Als wäre das die natürlichste Sache der Welt.

Ich hab sogar einen Porsche 959 als Scheunenfund in der Region Shimanoyama gefunden. Den findet man versteckt auf der Karte und wenn man ihn findet, gehört er einem einfach. Kostenlos.

Der Fahrzeugkatalog passt perfekt zum Japan-Setting: Nissan GT-R, Toyota Supra, Honda NSX, Mitsubishi Lancer Evolution, Mazda RX-7. Aber auch der Rest ist gut vertreten. European Classics, American Muscle, Supersportwagen aus aller Welt.

Wer die Vorgänger gespielt hat, bekommt übrigens einen Loyalitätsbonus. Und zwar ein richtig gutes System. Insgesamt gibt es sechs Bonusautos. Fünf davon sind die Cover-Autos der jeweiligen Vorgänger: Mercedes-AMG ONE für FH1, Lamborghini Huracán für FH2, Lamborghini Centenario für FH3, Chevrolet Corvette E-Ray für FH4 und Aston Martin Vulcan für FH5. Kleine Randnotiz: Bei FH4 ist das eigentlich eine Ausnahme. Auf dem Cover von FH4 war damals der McLaren Senna zu sehen. Belohnt wird trotzdem der Vulcan. Warum auch immer.

Das sechste Auto kommt gar nicht aus der Horizon-Reihe, sondern aus dem Forza-Motorsport-Reboot von 2023.

Das Beste: Man muss nichts einlösen. Kein Code, kein Menü, kein Aufwand. Das Spiel prüft einfach über den eigenen Xbox-Gamertag, welche Vorgänger-Speicherdaten verknüpft sind. Sobald man das Einführungsrennen in Tokio abgeschlossen hat, stehen die passenden Autos automatisch in der Garage. Ein nettes Dankeschön an die Stammkundschaft. Und fair gemacht.

Neue Features: Was ist anders?

Zwei Sachen fallen mir sofort auf.

Erstens der Einstieg. In früheren Teilen war man von Anfang an ein etablierter Rennfahrer. In FH6 startet man als Tourist. Man arbeitet sich über ein Festival-Armband-System hoch von der niedrigsten Fahrzeugklasse bis zur schnellsten. Das fühlt sich organischer an. Man wird nicht sofort mit allem erschlagen.

Zweitens Forzathon Live heißt jetzt Stunt Party. Klingt alberner. Ist glaube ich genauso spaßig.

Was mich wirklich freut: Das lästige FOMO-System aus FH5 wird entschärft. Autos aus abgelaufenen Playlists sollen über ein sogenanntes Aftermarket-System wieder verfügbar werden. Das war ein echtes Ärgernis im Vorgänger. Wenn man mal eine Woche nicht gespielt hat, war das Fahrzeug weg. Für immer. Das war bescheuert.

Technisch ist das Spiel auch ein Sprung. Auf dem PC gibt es 4K HDR, Raytracing-Reflexionen, DLSS 4, FSR 4 und Support für Ultrawide-Displays. Mein Rechner mit der RTX 3070 läuft das in 1080p problemlos flüssig durch.

Mein Fazit nach den ersten Stunden

Japan war die richtige Entscheidung. Das hätte ich nicht gedacht, muss es jetzt aber wirklich zugeben. Die Karte ist lebendig. Die Fahrzeugauswahl ist klasse wie immer. Das Fog-of-War-System macht das Erkunden wieder aufregend. Und die Porsche-Auswahl kann sich sehen lassen.

Ich werde noch viele Stunden da reinstecken. Das steht fest.

Wer Rennspiele, wohl gemerkt keine Simulationen, mag und noch nicht reingeschaut hat: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt. Vor allem wenn man Game Pass hat. Dann kostet es ja quasi nichts außer Zeit.

Und Zeit gebe ich dem Spiel gerne.