Fürstenberg (Weser) im schönen Solling

weserbergland-solling-wandernFürstenberg (Weser) befindet sich im südlichen Teil des Landkreises Holzminden. Fürstenberg liegt am westlichen Rand des Mittelgebirges Weserbergland Solling. In gut 90 Meter über der Weser liegt Fürstenberg und bietet ein wunderbares Panorama über die Oberweser. Durch seine wunderbare Lage zwischen märchenhaften Wäldern und hübschen Tälern lädt die Umgebung vom Solling Weserbergland zum Wandern und Natur geniessen ein. Auch für den ambitionierten Radfahrer hat die Umgebung ihre besonderen Reize.

Einfach nur ausspannen in der schönen Natur oder auch Erkundungen durch die Geschichte bieten sich auch für Kurzurlauber an. Westlich von Fürstenberg sind die Ufer der Weser mit ihrer typischen Landschaft. Östlich von Fürstenberg beginnen schon die dichten, wunderschönen Wälder des Sollings und Weserbergland.

Die Hauptstrasse L550, die durch Fürstenberg führt, verbindet Lauenförde (südlich) und Holzminden (nördlich). Nach Süden aus dem Ort Fürstenberg heraus führt noch eine kleine Landstrasse K53, die direkt nach Derental (Solling) führt. Diese kleine Straße führt durch malerische Wald- und Wiesenlandschaften.

weserbergland-solling-fuerstenberg-wandern-naturÜberall in Fürstenberg kann man Geschichte und ebenfalls Kultur entdecken. Die Welfenburg aus dem Mittelalter wurde etwa um 1590 zu einem Jagdschloss umgebaut. 1747 liess in diesem Gebäude Herzog Karl von Braunschweig und Wolfenbüttel die berühmte Fürstenberger Porzellanmanufaktur errichten. Es gibt ein herzogliches Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, welches schon als zweites Schloss gelten kann und von der Bevölkerung auch oft so genannt wird.

In den Räumlichkeiten des alten Schlosses, neben der heutigen Porzellanmanufaktur ist heute das Porzellenamuseum untergebracht. Dort gibt es viel von der Geschichte des Porzellan und der Porzellanmanufaktur zu entdecken. Das Schloss Fürstenberg zählt auch als kulturelles Zentrum in der Region. Es finden Theaterveranstaltungen und Konzerte in dem geschichtsträchtigen Gebäude statt.

Die Gemeinde Fürstenberg hatte 2011 etwas mehr als 1100 Einwohner. Seine Bekanntheit hat der Ort Fürstenberg (Weser) Hauptsächlich wegen der dort ansässigen, deutschlandweit bekannten Porzellanmanufaktur Fürstenberg die als älteste aktive in Deutschland gilt. Es gibt auch einen Werksverkauf von Porzellanmanufaktur Fürstenberg in einem großen Ausstellungsraum. Hier kann man die Produkte der Porzellanmanufaktur vor Ort anschauen und auch erwerben. Es gibt zahlreiche Angebote und Aktionen beim Porzellan Werksverkauf.

Mehr zu Fürstenberg (Weser) touristische Informationen, Restaurants und Unterkünfte auf der Homepage der Gemeinde Fürstenberg.

Nicht weit von Fürstenberg Weser gibt es auch das Lug ins Land. Hier kann man schön Weserbergland Wandern und den Ausblick auf die Weser geniessen.

Am 22. April ist Tag der Erde ein Tag an denen wir unseren Planeten gedenken sollen.

quellen: wikipedia.org, gemeinde-fürstenberg.de

5 Gedanken zu „Fürstenberg (Weser) im schönen Solling“

  1. Das Heufass D.F. Bost
    oder warum Fürstenberger Kinder nicht vom Storch gebracht werden
    Trotz des Fabrikantenwohnhauses (lange Reihe), dem Umbau des Alten Brennhauses und der Windmühle zu Wohnhäusern, herrscht in Fürstenberg noch immer große Wohnungsnot. In den Unterkünften der Arbeiter ist es unerträglich eng und die hygieni¬schen Verhältnisse sind erbärmlich. In den zwei oder drei Kammern einer Wohnung, zusammen etwa 60 Quadratmeter, drängen sich durchschnittlich 7 bis 10 Menschen, denn 4 – 6 Kinder je Familie sind nicht außergewöhnlich. Junge Paare müssen bei den Eltern bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben, meistens ist die junge Frau schwanger oder hat einen Säugling zu versorgen. Jung und alt, gesund oder krank, dicht zusammen gedrängt, der einzige heizbare Raum ist die Küche. Kinder schlafen zu dritt oder viert in einem Bett, mit den El¬tern im gleichen Zimmer. Mehrere Wohneinheiten teilen sich jeweils ein Plumsklo auf dem Hof und Wasser muss von weit herbei getra¬gen werden. Es wird hauptsächlich zum Trinken oder Kochen genommen und zur Körperpflege oder waschen der Kleidung nur äußerst sparsam verwendet. Wenn es dann im Sommer lange nicht regnet und die spärlichen Wasservorkommen auf dem Berg völlig versiegen muss jeder Tropfen im Heufass geschöpft und mühsam den Berg hinauf getragen werden. Aus dem Jahr 1765 wird berichtet, dass 10 Wochen lang alles Wasser vom Heufass geholt werden musste. Dann machten sich in den Abendstunden die jun¬gen kräftige Leute auf den Weg nach unten zu der Quelle und steigen hernach, jeder mit zwei vollen Eimern an einem Tragholz, der »Schanne«, hängend, den beschwerlichen Water¬stieg wie¬der nach oben. Klar – dass dabei manch jun¬ger Bursche seinem Schatz tragen geholfen hat und dafür mit Küssen, und manchmal auch mehr belohnt wurde. Wenn ‘dabei „Malheur“ gab hatten die sich das aus dem Heufass geholt („harren de seck dat ut ‘n Heufaß langet“) —

    In solchen trockenen und heißen Sommern zogen an den Wochenenden manchmal alle gemein¬sam, Frauen, Män¬ner und Kin¬der, zur Quelle hinab. Die Frauen nehmen die schmutzige Wäsche mit um sie zu reinigen, größere Kinder führen die Ziege am Strick und die Väter tragen einen Proviantkorb und die Kleinsten. Nachdem sich alle gewaschen haben und die Wäsche gereinigt ist, sitzen sie zusammen essen und trinken von dem Mitgebrachten, es ist wie ein kleines Fest. Erst spät in der Nacht, meistens ist Mitternacht längst vorüber und es wird schon wieder hell, machen sie sich auf den Heimweg. Die jun¬gen Leute haben die Schanne mit jeweils zwei Eimer frischem Wasser auf ihren Schultern, die Müt¬ter tragen die nasse Wä¬sche und längst eingeschlafen sitzen die kleinen Kinder auf den Schultern ihrer Väter. Ange-sichts der En¬ge ihrer Wohnun¬gen ist es nur zu ver¬ständlich und ganz natürlich wenn in solchen Nächten junge Paare zu¬einander finden und man¬che Ehe¬leu¬te sich in die Arme nah¬men. Darum erzählte man hier den Kindern nicht das Märchen vom Klapperstorch, denn die kommen hierzulande aus dem Heufaß! Ob die der Storch oder die weise Frau dort abholt bleibt der Phantasie und Erzählkunst der Eltern überlassen.

  2. Klappnweg
    Der „Klappenweg“
    Klappenweg, so heißt in Fürstenberg eine Straße die von der Neuen Straße abzweigt und unmittelbar an der Windmühle vorbei durch die Felder bis zum Wald führt. Weil gemeinhin Windmühlen geklappert haben und die Straße unmittelbar daran vorbei führt, glaubt mancher, dass sie daher ihren Namen habe. Wie wir aber wissen hat die Windmühle nie geklappert, deshalb kann die Namengebung auch nichts mit dem Mühlenklappern zu tun haben. „Tut es auch nicht, denn dieser Weg verdankt seinen Namen einer frühen Wege- und Verkehrsordnung des Fürstenberger Amtmannes: „Der Klappenweg war zu dieser Zeit noch ein vielbefahrener Hohlweg zu den Feldern der Domäne und dem Walde hin. Er ist so schmal und eng, dass nur ein Fuhrwerk darin Platz hatte, begegneten sich mal zwei Gespanne ist das Malheur da, denn nur mit mühsamen und gefährlichen Manövern kamen die anein¬ander vorbei. Nicht selten zerbrechen dabei Wagenräder und Deichsel, zerreißen die Geschirre und verletzen sich die Kutscher oder Zugtiere. Fast immer aber gibt es heftigen Streit und manchmal kommt es zu Raufereien und Tätlichkeiten zwischen den Gespannführern. Nach einem neuerlichen und höchst ärgerlichen Vorfall dieser Art erließ der Amtmann folgende Wegeordnung:
    • „Alle Fuhrleute haben, ehe sie in den Weg hineinfahren durch lautes Peitschenknallen auf sich aufmerksam zu machen und darauf horchen ob sich nicht schon ein anderes Gespann darin befindet.

    • Jeder Gespannführer muss fortan, während der ganzen Zeit, da er sich in dem Hohlwege befindet, vernehmlich mit der Peitsche klappen.

    •Wer sich nicht daran hält und es deshalb zu einem Malheur kommt, hat den Schaden des anderen und eine Strafe zu tragen. “

    Das hat geholfen, von nun an kommt es kaum noch zu solchen Zwischenfällen und der Weg hatte einen Namen »Klappenweg« wegen des Peitschenklappens den er nicht, wie angenommen wird, der Her-zoglichen Wundermühle, sondern einer amtmännischen Wegeordnung verdankt D.F. Bost

  3. Die Vierwegehütte
    Ungefähr auf halben Weg zwischen Neuhaus und Fürstenberg, mitten im Wald, kreuzen sich mehrere Wege. Damals trafen sich hier regelmäßig die Fuhrleute, denn jeder Fuhrmann, ob er aus Dassel, Neuhaus, Karlshafen, Beverungen, Lauenförde, Meinbrexen oder Fürstenberg kam, hielt hier an und rastete eine Weile. Vorgeblich um die Tiere zu füttern und ausruhen zu lassen, in Wahrheit jedoch zum Gespräch mit Anderen und Austausch von Neuigkeiten. Aus einem nahen Bruch sammelt sich hier ein wenig Wasser womit die Tiere getränkt werden können und eine Hütte in der, vom Wetter über¬raschte Fuhr¬leute und andere Wegebenutzer Unterschlupf finden können, war ebenfalls hier gebaut.(Diese Hütte, selbst-verständlich mehrfach erneuert, ist heute noch ein beliebtes Wanderziel.) Weil hier die Landesgrenzen von Hessen, Preußen, Braunschweig, Hannover und Corvey aufeinander stoßen und diese Länder in Sachen Steuer und Zoll nicht gerade kleinlich sind, konnte es schon mal geschehen, dass ein Beutel Tabak, Säckchen Zucker, Fass Salz oder anderes den Wagen wechselte.
    Auch die jungen Männer, die den Rekrutenwerbern entkommen waren und sich im Wald versteckt hielten, schätzten diesen Ort. Heimlich kommen sie hierhin um zu erfahren wie es daheim ihren Lieben geht und senden ihnen Grüße, Nachrichten, manchmal auch etwas Geld oder anderes. Auch wenn ihre Häscher, Gendarmen, Reitende Jäger und andere gnadenlose Jagd auf sie machten auf die Fuhrleute können sie sich verlassen. Die kennen die meisten von ihnen mit Namen oder sind manchmal gar miteinander verwandt. Stets bringen sie die Grüße, Nachrichten und alles andere geschickt und sicher an den Gendarmen und Posten vorbei. Zwar misstrauen die ihnen gehörig, nur beweisen können sie ihnen nichts so oft sie auch die Wagen durchsuchen. Mindestens einmal wären hier sogar Menschen geschmuggelt worden – so erzählt man sich in der Gegend: Denn als Herzog Karl s Kassen, wegen seiner argen Verschwendungssucht wieder einmal völlig leer waren und der Druck seiner Gläubiger so groß, dass der Staatsbankrott bevor stand, erinnert sich Serenissimus, dass England für seine Kriege in Amerika und anderswo gutes Geld für ausgebildete Soldaten bezahlt. Flugs gibt er Befehl, Rekruten ausheben zu lassen. Eines Morgens hatten Soldaten Boffzen umstellt. Während die Gendarmen die Häuser nach jungen Männern durchsuchten gelang ein paar von denen die Flucht. Sieben Stück sollen es gewesen sein die sich so gut versteckt hielten. dass alles Suchen vergeblich blieb. Sogar als gegen Abend die Jäger mit ihren Hunden dazu kamen blieben sie verschwunden. In der Nacht dann meldete sich ei¬ner von ihnen bei seinem Onkel in Fürstenberg und bat den um Hilfe. Geschickt organisiert dieser, zu
    sammen mit anderen auf die er sich verlassen konnte, die weitere Flucht: Zunächst versteckt man alle in dem großen, besteigbaren Kamin des Kruges bis die Soldaten abgezogen waren. Dann wurden sie heimlich des Nachts wie Heringe in die leeren Glasurfässer gesteckt und auf den Wagen geladen der anderentags nach Neuhaus fahren sollt. Am nächsten Morgen kutschierten sie in ihren Verstecken an den Posten und Gendarmen vorbei, dem Wald und der Freiheit entgegen.
    D.F.Bost

  4. Hallo Dieter F. Bost hatte noch mehr geschrieben aber nicht alles veröffentlicht.

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